
Mathieu Matégot wird 1910 in Ungarn geboren.
Nach einem Kunststudiem in Budapest beginnt er als Bühnenbildner für das Nationaltheater zu arbeiten. 1931 übersiedelt er nach Frankreich, wo er verschiedenste Berufe ausübt: dekorateur für Folies Bergères Paris, dekorateur für dir Galeries Lafayette und Desingner für Pariser Modehäuser.
Ende de 30er Jahre kommt er über die Malerei, mit der er nie aufgehört hatte, zu einer neuen Ausdrucksform: der wandteppiche. Im Zweiten Weltkrieg unterbricht er sein Schaffen. Als Freiwilliger in der französischen Armee wird er gefangen genommen und 1945 befreit. Nach seiner Rückkehr eröffnet er in Paris ein eigenes Möbelatelier. Für seine Kunstwerke, Sessel, Fauteuils, Tische, Servierwägen, Geschirrschränke, Schreibtische und Gebrauchsgegenstände für Zuhause verwendet er verschiedenste Materialien wie Metall, Rattant, Glas, Holz, Resopal, Leder und vor allem Lochblech.
Nur während einer sehr kurzen Zeit, nämlich bis zum Beginn der 60er Jahre ist er so als Designer aktiv. In dieser Zeit kreiert er den dreibenigen Sessel, "Nagasaki" (1954) und den Fauteuil "Copacabana" (1955), die heute sowohl in der" Collection de Design du Musée des Arts Décoratifs" in Paris als auch in der"Collection de Design du Centre Georges Pompidou, Musée National d'Art Moderne, Centre de Création Industriel" in Paris ausgestelt sind. Für diese zwei Stücke verwendet er Stahlrohr und Lochblech, Materialien, die Mathieu Matégot als einer der ersten einsetzte und die für sein Werk besonders charakteristisch sind. In diesem Jahrzehnt betätigt er sich auch als Innenarchitekt in Paris und im Ausland: Hotel de France in Conakry (1951), Drugstore Publicis, Champs Elysées, Paris, Maison de l'ORTF (1962) Paris. Stücke von Matégot sind fester Bestandteil aller grosse Messen, wie zum Beispiel dem "Salon des Artistes Décorateurs, SAD" oder dem "Salon des Arts Ménagers". Gemeinsam mit Prouvé, Royère, Adnet, Perriand und dem Keramiker Jouve, mit dem er bei vielen Projekten zusammenarbeitet, zählt Matégot zu den bedeutendsten französischen Designer der Zeit.
Mit Beginn der 60er Jahre beendet Matégot seine Tätigkeit als Möbeldesigner und widmet sich von nun an der Arbeit als Teppichgestalter. 1945 werden die ersten Wandteppiche nach seinen Vorlagen in Aubusson gewirkt. Gemeinsam mit unter anderem Lurçat, Grommaire, Prassinos war er einer derjenigen, die das Handwerk des zeitgenössischen Wandteppichknüpfens in Frankreich neu inspiriert haben. Weltweit und vor allem in Paris in der Galerie La Demeure werden ihm zahlreiche Ausstellungen gewidmet. Seine Wandteppiche findet man auf der ganzen Welt: Woolmarkzentrale in London, Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel, Internationaler Währungsfonds in Washington, Australische Nationalbibliothek in Camberra, Préfecture de Rouen Frankreich ...
Mathieu Matégot stirbt im Februar 2001 in Angers, Frankreich
Bibliografie Inhaltsverzeichnis
"Le mobiler Français 1930/1960" Yvonne Brunhammer, Editions Massin, 1986
"Le Style 50, Un Moment de l'Art Français" P.Favardin, Editions Sous le Vent, 1987
"Histoire du Design 1940/1990" R.Guinot, Editions Hazan, 1994
"1000 Stühle" C. und P.Fiell, Editions Taschen, 2000
"Les Décorateurs des années 50" P.Favardin, Norma Editions, 2003
"Mathieu Matégot" Jousse Editions 2003
"Dictionnaire International des Arts Appliqués" A.Barré-Despond, Editions du Regard, 1996
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